Beim zarten Erklingen einer Melodie, beim explosionsartigen Crescendo des Hauptthemas, beim leichten Vibrato des einen Tons, spüren wir die Wärme, die Wehmut, Farben, Gänsehaut, Schönheit. Klar ist: Musik berührt. Jedoch verflüchtigt sie sich nach dem Hören und klingt nur noch emotional, körperlich und geistig nach.

Mit meiner langjähriger Erfahrung im Violinspiel kann ich diesen inneren Prozess nur zu gut nachfühlen. In meiner Bachelorarbeit in Objektdesign an der Hochschule Luzern Design & Kunst wollte ich mich aus einer anderen Perspektive mit diesem Vorgang auseinandersetzen. Ich habe mich mit der Frage beschäftigt, wie eine gestalterische Strategie gefunden werden kann, Musik und die dabei so selbstverständlich entstehenden Emotionen in einem stabilen, bleibenden Objekt sichtbar machen zu können.

Die Serie Édition des Émotions gibt diesen Emotionen eine visuelle, haptische Erscheinung. Ausgehend von meinen eigenen Empfindungen und deren Interpretation wurden die fünf Keramikplatten gestaltet. Ein Vorschlag für das zu servierende Essen wurde passend zu den jeweiligen Emotionen – formal, farblich und geschmacklich – entworfen, sodass ein Gesamterlebnis geboten werden kann. Es soll so ein sinnlicher Prozess im Benutzer anregen, wie dies die Musik so einfach zu erzeugen mag. Die Subjektivität der Emotionen wird durch die freie Interpretation der Servier- oder Kunstreliefs bewahrt. Die Arbeit rückt den Fokus auf unser Inneres und zeigt die Wichtigkeit von Emotionen im Designprozess und in unserem Leben.

 

ÉDITION DES ÉMOTIONS – 2019

 

KONTEXT

Bachelorarbeit

Hochschule Luzern – Design & Kunst

Mentor: Andreas Saxer

 

MATERIAL, HERSTELLUNG

Steinzeugton, glasiert und gebrannt

 

 

© 2022  Leonie Lina Hochstrasser